Wie jedes Jahr machen wir das Sauerkraut selber ein.
Von meinen Großeltern gibt es zwar noch den Hobel - aber all zu gerne nehme ich das Angebot an, frisch gehobeltes Biokraut zu kaufen.
Der alte, handgeschnitzte Stampfer jedoch kommt jedes Jahr wieder zum Einsatz. Jawohl den hat mein Opa nach dem Krieg aus einem Stück Holz herausgeschnitzt und passt wunderbar auch in die neuen Fässer:

Vorgehensweise:
Gehobeltes Kraut mit Stein- und Meersalz (1% in diesem Fass - das andere Fass ist aus einer anderen Keramik gefertigt, da benötigt es 1,5% Salz) lagenweise leicht eingestampft und zum Schluss mit ganzen Krautblättern sorgfältig abgedeckt.
Darüber die zum Fass gehörigen Steine gesetzt, diese mit den Händen sanft festgedrückt, bis sich die erste Flüssigkeit auf den obersten Blättern zeigt.
Danach den Flüssigkeitsrand sauber abgeputzt, Deckel aufgesetzt und den Rand mit Wasser befüllt, gurgelt es nun ein paar Tage später munter vor sich hin.

Nach 14 Tagen (beim Faß im obigen Bild nach 3 Wochen) werden die Fässer in den kühlen Schuppen gestellt und nach 6 Wochen (das obige Fass wird erst viel später geöffnet) gibt es das erste eigenen Sauerkraut - lecker! Die Fässer stehen dann schon zusätzlich auf Styropor und sobald es Frost gibt, werden diese zusammen lagenweise in Schafwollunterbetten und Decken gewickelt (jeder Deckel wird zuvor mit einem Müllsack abgedeckt, wg. dem Wasser in der Rinne) und überstehen so die kalten Temperaturen ganz gut.
Nach Weihnachten wird das Kraut jedoch in Gläser abgefüllt und 20 Min. eingeweckt. Das genügt um, im vergleichsweise "warmen" Keller, gut bis zum endgültigen Verzehr gelagert werden zu können. Die Erfahrung zeigt, dass Lagerhalterung im Fass zur Übersäuerung des Inhaltes neigt und das Sauerkraut nicht mehr so gerne gegessen wird.
Weniger Salz zu verwenden (dann wird es nicht so sauer) klappt in kleinen Fäßern mit 15l Inhalt nicht wirklich!