Donnerstag, 17. September 2015

Solarfärbung und der Versuch von

Eco-Print 

Aber dazu mehr weiter unten.... Zuerst noch ein Gesamteindruck des Färbe-Urlaubs (hätte mehr sein können, aber es war einfach zu heiß .... bei Temperaturen jenseits der 35°C)
 
 

Solarfärbung auf 5 Sockenwollen links und "normale" Färbung Birnbaumblätter auf 3 Merionstränge rechts in der unteren Reihe. Bei der Solarfärbung haben mitgespielt: Schilf, Zwiebelschalen, Ringelblumen, Tagetes, rote Geranien, rote Stockrose, blauer Hibiskus (Garteneibisch), Ampfersamen braun, Dahlien, Salbei, Essigbaumblüte und -blätter, Färberkamille, Gundermann und Flockenblume.
Zarte Farben ... haben auch ihren Reiz. 

Darf ich nun vorstellen: Fräulein Eco-Print... im nassen Zustand...
Werde ich wieder mal machen, aber irgendwie anders, wurde viel zu bunt und nach dem Waschen und Trocknen (und verblassen) war der Zauber aber nicht mehr da... irgendwie düster und überhaupt - Gut Ding will Übung haben.


Das Blau der Kornblumen vom Mädchenaugen-Feld hat wirklich "reingehauen" und das muss Frau - bei Gelegenheit - auch mal auf Wolle ausprobieren.



Dienstag, 15. September 2015

Pfeilraupe

Am Samstag fertiggestellt




Die Anleitung von Alpi's Farbenrausch ist gut verständlich geschrieben und schön bebildert und mit ausgearbeiteten Vorlagen versehen - hat bestimmt eine Menge Arbeit gemacht.... puhhh - vielen lieben Dank dafür!

Was mir auffiel, bis zur Hälfte war die Sache flott gestrickt. Aber.... die 2. Hälfte hat sich ja sowas von gezogen ... zeit-gefühls-technisch.... verstehe wer wolle, war doch genausoviel zu stricken.... komisch!

Verwendet habe ich dazu einfädiges Flammgarn aus Merino, handversponnen, handgefärbt (Krapp und Blauholz). Merino war vielleicht nicht ganz die richtige Wahl? Was "glattes, glänzendes" wäre vielleicht schöner im Fall?


Das Bild zeigt ein noch nicht gebadetes Tuch.... Außerdem fällt mir seit geraumer Zeit auf, dass Blogger die Bilder unscharf zeigt und ich kann keine hochkantfotografierten Bilder mehr verwenden, weil Blogger sie nur noch liegend darbietet.... Was kann frau da nur tun?




Freitag, 4. September 2015

Schilffärbung


Los, jetzt musst du mich färben. So in etwa "vernahm" ich den Ruf des Schilfes....

 
Es sind diese 2 bis 3 Wochen im Jahr, in denen es blühendes Schilf gibt und nur zu dieser Zeit kann grüne Farbe auf Wolle und Stoff "geerntet" werden . Mit getrocknetem Schilf gelang mir bisher "nur" gelb.

Ich färbe Wolle im kleinen Rahmen, das heißt eigentlich immer nur 100 g je Zug, manchmal 200 g. Gebeizt wird schon seit Jahren nur noch mit AL-Kaltbeize.

Meine Färberezeptur für Schilf stammt aus Dorothea Fischer's Buch. Eigentlich habe ich mich immer streng daran gehalten. Bis zu dem einen Tag....

Vor ein paar Jahren überlegte ich mir doch einfach gleich zum Auskochen einen Strang Wolle einzulegen. Gedacht, getan, Ergebnis nach weniger als der vorgeschriebene Auskochzeit begeisterte mich: Ein Dunkelgrün - fast so dunkel wie wie ein sonnenbeschienener Fichtenwald von weitem betrachtet. Leider habe ich diese Wolle nicht mehr, Foto existiert auch keines.... hach.
Natürlich wurde sofort ein weiterer Strang eingelegt, dabei kam ein ebenfalls dunkleres grün, jedoch nicht so dunkel wie zuvor, dabei heraus.
Der nächste Strang Wolle (also der 3.) entsprang dem Topf so, wie wir es gewohnt sind vom Schilf. Der 4. Strang entsprechend heller.... 

Dieses Jahr habe ich mich wieder nicht an die Zeiten gehalten. Gefärbt habe ich zuerst mit 400 g frischer Färbedroge auf 100 g Wolle, 3 Züge (wobei in diesem Jahr beim "Auskochzug" kein richtiges dunkelgrün erreicht wurde). Der über Nacht in die schon auskühlende Flotte eingelegte  Strang, der dann erst am nächsten Tag beim wieder aufheizen entnommen wurde, zeigte am Ende die aller hellste Grünfärbung.

Der 1. und 3. Strang von links in der oberen Reihe sind die "dunkelsten" und rechts sieht
man einen der kalt eingelegten (und dann mit erhitzten) Strang, dieser hat wohl weniger Gelbanteil?

Kurz entschlossen habe ich wieder frisches Schilf geerntet, diesmal für 200 g Wolle und in das alte Wasser eingelegt. Auch diesmal während des Auskochens (100 g Wolle) kein richtiges dunkelgrün erhalten (liegt wohl doch am Jahrgang - zu heiß, der Wassergraben an dem das Schilf wächst war auch ausgetrocknet?). Beim nächsten Zug dieser "verlängerten" Flotte habe ich dann 200g Wolle eingelegt und im nächsten Zug nur ca. 100 g Wollflöcken, dann wieder 100 g Alpaka und dann wieder 200 g Wolle usw. 

Bevor nun der nächste Strang mehr ins Gelb ging, habe ich noch einmal 400 g Schilf geholt und wieder die alte Flotte mit neuem Färbematerial bestückt (je zu 100 g). Da der Färbeprozess ein paar Tage unterbrochen war, hatte die Flotte im Topf eine "Schicht" bekommen (es war eine leichte Haut), welche auch bei der milchsauren Gärung auftreten kann). Nach dem Umrühren ergaben sich grüne Flocken die dann nach dem Aufkochen wieder gänzlich verschwanden. Es war absolut kein Schimmel.
So ging die alte Flotte nun in die 3. Färbeaktion und sowohl auf Alpakagarn als auch auf danach eingelegtes Merinogarn ergab es diesmal ganz andere grüne Farbnuancen.



Oben im Korb liegen 3 Stränge Alpaka - rechts der gelbe ist kalt gefärbt, im letzten Zug (in echt sind die Gelbtöne aller Stränge einen Deut gelber)  

Alles in allem bin ich höchst erfreut über jeden einzelnen Strang. Diese Färbeart ist gänzlich unkonventionell und überhaupt nicht dazu geeignet möglichst jedes Mal die gleichen Farbnuancen zu erzielen, aber es ist meine Möglichkeit beim Färben eine Farbe immer wieder neu kennen zu lernen.